Die Äpfel

 

Inhaltsverzeichnis

Wo kaufe ich demeter-Äpfel von Augustin?

Wird im Bio-Anbau auch gespritzt?

Wie gesund sind Äpfel?

Was steckt im Apfel?

Wie problematisch ist der Einsatz von Kupfer im biologischen Obstbau?

Warum gibt es schorfresistente Apfelsorten?

Warum schmecken heimische Äpfel auch im späten Frühjahr noch wie frisch vom Baum?

Ihre Äpfel sehen aus wie konventionelle Früchte. Sind die überhaupt bio?

Wachsen Öko-Äpfel wie früher auf großen Bäumen?

Warum sind Bio-Äpfel teurer?

Wie funktioniert eine Frostschutzberegnung?

Warum sind so viele alte Apfelsorten vom Markt verschwunden?

Wie bewahre ich meine gekauften Äpfel am besten auf?

Sind Äpfel immer gewachst, wenn sie glänzen und sich fettig anfühlen?

Sind Bio-Äpfel besser für Mensch und Umwelt?

Sind Bio-Äpfel gesünder?

Wirkt sich Bioanbau aus?

Kommt es zu einer Belastung, wenn Äpfel an einer Straße angeboten werden?

Das ist uns noch wichtig


Wo kaufe ich demeter-Äpfel von Augustin?

Unsere demeter-Äpfel erhalten Sie im gut sortierten Naturkost-Fachhandel. Fragen Sie in Ihrem Bioladen oder Biosupermarkt einfach nach Augustin-Äpfeln.

Gern sind wir bei der Listung behilflich, wenn Augustin-Äpfel nicht geführt werden sollten.

Einen Ab-Hof-Verkauf können wir derzeit leider nicht anbieten.
nach oben

Wird im Bio-Anbau auch gespritzt?

Der Einsatz einer Pflanzenschutzspritze wird häufig gleichgesetzt mit dem Ausbringen chemischer Pflanzenschutzmittel. Dabei versteht man ganz allgemein unter "Spritzen" lediglich den mechanischen Vorgang, unabhängig davon, was sich in der Tank befindet. Auch wir spritzen unser Bio-Obst, aber natürlich nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, die im ökologischen Anbau verboten sind. Auch Hormone zur Blüten-Ausdünnung und zur Reifebeschleunigung sind für uns tabu. Stattdessen setzen wir natürliche Elemente ein wie Kupfer, Schwefel und Schwefelkalk, die als Spurenelemente auch im Apfel vorkommen. Solche Mittel sind notwendig, um die Pflanzen und Früchte vor Pilzkrankheiten und Insekten zu schützen.

Darüber hinaus nutzen wir bei Bedarf auch spezielle Präparate, etwa Neemöl (Extrakt aus Neembaumsamen) gegen Läuse, Quassia (Bitterholz-Extrakt) gegen den Befall der Apfelsägewespe sowie Algenpräparate und Vinasse zur Nährstoff-Versorgung. Außerdem nutzen wir Schachtelhalm-Extrakt gegen Lagerfäulen und Gesteinsmehle, die die Phenolbildung und damit die Abwehrkräfte der Bäume anregen (siehe auch "Sind Bio-Äpfel besser"). Blutlaus-Kolonien spritzen wir einfach mit einem scharfen Wasserstrahl ab.

Bio-Anbau heißt für uns jedoch nicht, chemisch-synthetische Mittel gegen organische auszutauschen. Unser Ansatz ist, die Pflanzen durch ganzheitliche Maßnahmen widerstandsfähig zu machen. Das erreichen wir, indem wir z.B. unsere Böden gesund halten oder Nützlinge durch das gezielte Anlegen von Biotopen und Blühstreifen fördern. Zudem legen wir bei allem, was wir zum Schutz der Äpfelbäume tun, größten Wert auf Transparenz. Jeder Kunde kann einsehen, was wir ausbringen und so selbst entscheiden, ob er die so behandelten Früchte essen möchte.
nach oben

Wie gesund sind Äpfel?

An apple a day keeps the doctor away - Ein Apfel am Tag und man braucht keinen Arzt mehr. Dieses alte britische Sprichwort hat einen wahren Kern, der sich heute auch wissenschaftlich belegen lässt. Denn Äpfel enthalten einen ganzen Strauß gesundheitsfördernder Stoffe. Die Liste reicht von verschiedensten Vitaminen und Mineralstoffen über Pektine, Fruchtsäuren und Ballaststoffe bis hin zu leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Fruchtzucker. Unter den mehr als 20 verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen findet man z.B. Kalium, Magnesium, Kupfer, Phosphor, Kalzium und Jod in größeren Mengen, die lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen. Hinzu kommen die Vitamine A, B, C und E, die z.B. die Sehkraft stärken, die Zellerneuerung fördern und das Immunsystem unterstützen. Neuere Studien zeigen, dass Äpfel auch reich an sekundären Pflanzenstoffen sind, die unseren Körper weniger anfällig für Krankheiten und Allergien machen. Zudem aktivieren sie Entgiftungsreaktionen, hemmen Entzündungen und schützen sogar vor Krebs.
nach oben

Was steckt im Apfel?

100 g ausgereifter Äpfel enthalten durchschnittlich:

53 Kilokalorien = 220 Kilojoule
85,3 g Wasser
11,9 g Kohlenhydrate
2,3 g Ballaststoffe
0,4 g Fett
0,34 g Eiweiß

Äpfel als Vitamin C-Lieferant
Besonders hoch ist der Gehalt an Vitamin C in Äpfeln, wobei die Menge von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich ausfällt. Ein roh verzehrter Apfel von 150 Gramm kann je nach Sorte 12 – 60% des Tagesbedarfs decken. Werden Äpfel zu früh geerntet und/oder zu lange gelagert, liegt der Vitamin C-Gehalt niedriger. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeit die Äpfel zum Reifen haben, desto mehr Vitamin C enthalten sie. Auch Früchte vom selben Baum können unterschiedlich viele Vitamine haben. So sind Äpfel, die im Schatten wachsen, deutlich vitaminärmer als Früchte an sonnenreichen Ästen. Bis zu 70 % der Vitamine befinden sich in der Schale bzw. unmittelbar darunter. Deshalb empfiehlt es sich, die Schale mitzuessen und auch bei der Zubereitung nicht zu entfernen. Bio-Äpfel können problemlos mit der Schale gegessen werden.
nach oben

Wie problematisch ist der Einsatz von Kupfer im biologischen Obstbau?

Kupfer ist ein Spurenelement, das auch für die menschliche Ernährung lebenswichtig ist. Es befindet sich in der Leber, im Skelett und in der Muskulatur und wird vor allem zum Aufbau des roten Blutfarbstoffes benötigt. Im Bio-Obstbau setzt man Kupfer gegen den Schorfpilz ein, der in niederschlagsreichen Gegenden zu großen Ertrags- und Qualitätseinbußen führen kann. Nach den strengen Richtlinien im ökologischen Anbau ist der Kupfereinsatz auf 3 kg pro Hektar und Jahr begrenzt. Wir sind auf dem Betrieb Augustin sehr bemüht, die Kupfermengen so niedrig wie möglich zu halten. Durch unsere Erfahrung und einen gezielten Einsatz gelingt es uns zurzeit, die Äpfel mit der Hälfte der zulässigen Aufwandmenge schorffrei zu halten. Dennoch haben wir Bio-Äpfel von unserem Betrieb auf Kupfer untersuchen lassen und mit den Gehalten unbehandelter Äpfel verglichen. Ergebnis: Es gibt keine Unterschiede. Das heißt, die von uns ausgebrachten Kupfermengen reichern sich nicht in den Früchten an. Dennoch wird immer wieder ein Verbot von Kupfer gefordert. Ohne Kupfer ist jedoch ein wirtschaftlicher ökologischer Apfelanbau kaum möglich. So ist die biologische Apfelerzeugung in Dänemark nach dem Verbot von Kupfer komplett eingestellt worden. Wir wünschen uns eine Forschung, die sich mit der Physiologie des Schorfpilzes befasst, um so das Problem des Schorfbefalls anders anzugehen.
nach oben

Warum gibt es schorfresistente Apfelsorten?

Apfelschorf ist eine der gefürchtetsten Pilzerkrankungen im Obstbau. Eine Infektion mindert den Ertrag und vor allem die Qualität der Früchte. Die Krankheit äußert sich in Form zahlreicher rundlicher, schwarzer Flecken auf Äpfeln und Blättern. Besonders problematisch ist, dass der Pilz nach erfolgreicher Infektion nicht mehr auszumerzen ist, da er immer wieder neue Sporen ausbildet. Zudem sind die Sporen kälteresistent und können auf abgestorbenen Pflanzenteilen überwintern. Deshalb sind Bio-Obstbauern im Frühjahr in ständiger Alarmbereitschaft, um eine Erstinfektion zu verhindern. Dafür stehen im ökologischen Anbau Kupfer und Schwefel als vorbeugende Mittel zur Verfügung. Die Ausbringung ist jedoch mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Eine gute Alternative, die auch aus ökologischer Sicht sinnvoll ist, sind schorfresistente Apfelsorten. Durch eine intensive Züchtungsarbeit können wir heute auf viele neue Sorten mit einer solchen Resistenz zurückgreifen. Allerdings: manchmal wird die Resistenz durchbrochen, die Natur ist so intelligent, dass sie einen Weg findet. Trotzdem versucht die Züchtung, mit robusten neuen Sorten die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren.
nach oben

Warum schmecken heimische Äpfel auch im späten Frühjahr noch wie frisch vom Baum?

Zur Erntezeit im Herbst pflücken wir unsere Äpfel vom Baum direkt in Holzkisten, in denen wir die Früchte auch lagern. Volle Kisten kommen direkt in sogenannten CA-ULO-Zellen. CA steht für "controlled atmosphere" und ULO für "ultra low oxygenium", also extrem wenig Sauerstoff. Ist die Zelle komplett mit Kisten gefüllt, verschließen wir sie gasdicht. Anschließend veratmen die eingelagerten Äpfel den Sauerstoff, bis der Gehalt auf 1,2 % gesunken ist. Zum Vergleich: Normale Atemluft enthält etwa 21 % Sauerstoff. Diese "kontrollierte Atmosphäre" in der Zelle sorgt dafür, dass sich der Stoffwechsel der Früchte auf ein Minimum reduziert. In diesem winterschlafähnlichen Zustand bleiben die Äpfel monatelang frisch. Um die kontrollierte Atmosphäre dauerhaft aufrecht zu erhalten, wird sie per Computer reguliert. Die Luftfeuchtigkeit in der Zelle sollte bei 93 % liegen, die Temperatur je nach Sorte bei 2 bis 5 Grad Celsius. Während ein normales Kühllager die Früchte maximal bis zum Februar frisch hält, behalten spezialgelagerte Äpfel ihre Frische sogar bis in den Juli hinein.
nach oben

Ihre Äpfel sehen aus wie konventionelle Früchte. Sind die überhaupt bio?

Ökologisch produzierte Äpfel sind nicht automatisch schrumpelig oder fleckig. Unsere Bio-Äpfel stammen nicht von sich selbst überlassenen Streuobstwiesen, sondern von unseren Plantagen, in die wir rund ums Jahr viel Arbeit investieren.

Zum Beispiel:
... geben wir den Bäumen beim Winterschnitt die richtige Form.
... führen wir im Frühjahr Pflanzenschutzmaßnahmen durch, um die Früchte freizuhalten von tierischen und pilzlichen Erregern.
... dünnen wir im Juni jeden Baum per Hand aus, um überschüssige oder von Schädlingen befallene Früchte zu entfernen.
... machen wir im Juli/August einen Sommerschnitt, um alle Triebe zu entfernen, die den Äpfeln Licht nehmen.
... pflücken wir unsere Bäume im Herbst in 2 bis 3 Durchgängen, damit die die weniger belichteten Früchte nach und nach eine bessere Farbe bekommen und optimal abreifen.
... suchen wir nach der Ernte am Verleseband minderwertige Früchte heraus. Die nach Größen sortierten Äpfel legen wir anschließend von Hand in die Verkaufsgebinde.
Mit diesem großen Aufwand stellen wir sicher, dass nur Augustin-Äpfel in den Handel gelangen, die alle optischen Qualitätsansprüche erfüllen.
nach oben

Wachsen Öko-Äpfel wie früher auf großen Bäumen?

Große Sämlingsbäume sind schön und landschaftsprägend. Sie haben aber den Nachteil, dass die Früchte schlechter ausreifen als auf kleinkronigen Bäumen. Darüber hinaus bieten niedrig wachsende Baumtypen Öko-Obstbauern und Verbrauchern viele Vorteile:

Die gesamte Produktion ist einfacher, wenn sie vom Boden durchgeführt werden kann und keine hohen Leitern notwendig sind. Es hängen viel mehr Früchte (etwa 80 %) in der Sonne als beim großen Baum (etwa 20 %). Dadurch sind sie besser ausgefärbt und schmecken besser. Die Früchte erhalten mehr Nährstoffe, weil sie dichter am Stamm des Baumes hängen.
Gesteinsmehl oder andere Mittel zur Stärkung der Bäume bzw. zur Vorbeugung von Krankheiten können gezielter und damit umweltschonender ausgebraucht werden. Versuche der Obstbau-Versuchsanstalt Jork haben gezeigt, dass Bio-Äpfel aus der ersten Pflückung, die in der Sonne gereift sind, genauso lagerfähig sind wie konventionelle Ware mit einer chemisch-synthetischen Lagerspritzung. Deshalb ist es unser Ziel, möglichst viele sonnengereifte Äpfel von kleinen Bäumen zu produzieren, um einen natürlichen Schutz gegen Lagerpilze zu haben.
nach oben

Warum sind Bio-Äpfel teurer?

Der Grund ist ganz einfach: Ökologischer Anbau bedeutet mehr Arbeit - vor allem mehr Handarbeit. Besonders aufwändig ist es, die Beikräuter in den Baumreihen zu entfernen, die mit den Apfelbäumen um Nährstoffe und Wasser konkurrieren. Sie müssen mit Maschinen, per Hacke oder Spaten entfernt werden, am Stamm sogar mit der Hand. Zudem sind biologische Pflanzenschutzpräparate teurer, schwieriger auszubringen und weniger wirksam als chemisch-synthetische Wirkstoffe. Das führt zu größeren Schwankungen im Ertrag. Da im biologischen Obstbau keine Ausdünnungs-Hormone zur Blüte erlaubt sind, muss ein zu dichter Behang an Äpfeln aufwändig mit der Hand ausgedünnt werden. Auch der Verzicht auf schnelllösliche Stickstoffdünger macht sich bemerkbar. Die Äpfel wachsen langsamer und bleiben insgesamt kleiner.

Wir ernten auch deshalb weniger, weil vorher mit Äpfeln bepflanzte Flächen nun mit Gehölzhecken und blühenden Kräutern bestellt werden. Dieser weniger intensive Obstbau fördert die Biodiversität, die ökologische Vielfalt wiederum schützt unsere Anlagen vor Schädlingen.
nach oben

Wie funktioniert eine Frostschutzberegnung?

Im Alten Land sind Nachtfröste bis in den Juni hinein keine Seltenheit. Das ist für uns Obstbauern ein großes Problem, da der Frost Blüten und junge Früchte nachhaltig schädigt und zu massiven Ertragsausfällen führen kann. Um unsere Bäume in Frostnächten zu schützen, tun wir etwas, was auf den ersten Blick überrascht: Wir schalten unsere Beregnungsanlage ein, so dass sich um alle Blüten und Fruchtstände ein kleiner Eispanzer bildet. Auch wenn es paradox klingt, die Blüten sind unter diesem Panzer absolut sicher vor Frost. Denn während sich das Wasser in Eis verwandelt, wird Wärmeenergie frei, die die Temperatur innerhalb des Eismantels knapp über dem Gefrierpunkt hält. Dafür müssen wir allerdings solange weiter beregnen, bis der Frost vorbei ist. Das benötigte Wasser beziehen wir aus drei künstlich angelegten Staubecken auf unseren Flächen, die noch einen weiteren Zweck erfüllen. Denn um die Becken herum haben wir viele heimische Gehölze gepflanzt, so dass kleine Feuchtbiotope entstanden sind, in denen sich heute viele seltene Amphibien, Insekten und sogar Fische tummeln.
nach oben

Warum sind so viele alte Apfelsorten vom Markt verschwunden?

Der Lebensmittel-Einzelhandel verlangt Sorten, die gut aussehen, immer lieferbar und zudem transport- und lagerfähig sind. Diese hohen Ansprüche erfüllen viele alte Sorten nicht. Das macht sie für den Handel unattraktiv, selbst wenn sie geschmacklich überzeugen. Zudem reagiert der Handel auch auf die Wünsche der Verbraucher, die neue Sorten bevorzugen. Das beobachten wir auch auf unserem Apfelhof. Früher hatten wir Goldparmäne, Herbstprinz, Glockenäpfel und viele andere ungewöhnliche Sorten im Angebot. Aber selbst 90% der Bio-Kunden bevorzugen die heutigen Standardsorten wie Jonagold, Elstar oder Breaburn. In Geschmackstests schneiden diese Sorten auch immer gut ab. Dennoch ist es grundsätzlich wünschenswert, die Vielfalt alter Apfelsorten zu erhalten. Denn für die Züchtung sind sie ein kostbarer Schatz. Darüber hinaus sind alte, optimal an den Standort angepasste Sorten für den extensiven Streuobstbau unverzichtbar.
nach oben

Wie bewahre ich meine gekauften Äpfel am besten auf?

Optimal sind kühle Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie in klassischen Kellern. Heutige Keller sind dagegen meist nicht mehr geeignet, weil sie zu warm und zu trocken sind. Der beste Ort für die Aufbewahrung ist deshalb der Kühlschrank.

Frisch gekaufte Äpfel füllt man am besten in einen perforierten Plastikbeutel und legt sie ins Gemüsefach. In den kühleren Monaten sind die Früchte auch auf der Terrasse, dem Balkon oder im Schuppen gut aufgehoben. Selbst bei Frost kann man das Obst guten Gewissens hier lagern, denn Äpfel nehmen auch bei Temperaturen bis minus 4 Grad keinen Schaden.
nach oben

Sind Äpfel immer gewachst, wenn sie glänzen und sich fettig anfühlen?

Ein klares Nein. In Deutschland dürfen weder konventionelle noch Bio-Äpfel gewachst werden. Dahinter steckt ein ganz natürlicher Prozess. Bestimmte Sorten bilden eine fettige Schicht auf der Schale, wenn der Apfel Reifestoffe abgibt. Das ist zum Beispiel bei Jonagold, James Grieve und Gravensteiner der Fall. Andere Äpfel wie Elstar werden dagegen eher trocken und schrumpelig, wenn sie reifen.
nach oben

Sind Bio-Äpfel besser für Mensch und Umwelt?

Ja. Viele Wirkstoffe der im konventionellen Anbau verwendeten chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel sind auf der Frucht nachweisbar. Auch wenn die zulässigen Grenzwerte bei deutschen Äpfeln nur selten überschritten werden, sehen das viele Toxikologen kritisch. Denn sie halten viele Grenzwerte für zu hoch angesetzt, insbesondere für Kinder.
Menschen kommen heute mit immer mehr künstlichen chemischen Verbindungen in Kontakt, die das Immunsystem belasten. Bio-Äpfel werden dagegen nur mit natürlichen Stoffen behandelt, die die körpereigene Abwehr nicht beeinflussen. Immer mehr Menschen bilden eine Lebensmittelunverträglichkeit aus, auch gegen Äpfel. Diese Symptome können nicht durch eine Nahrungsmittel-Allergie ausgelöst werden, weil sie unsere Äpfel sehr gut vertragen. Herr Schmidt aus Buxtehude: "Ich habe schon 15 Jahre keine Äpfel mehr gegessen, und bin froh, daß ich Augustin´s Bio-Äpfel entdeckt habe. Diese kann ich ohne Beschwerden genießen!" Siehe auch unter "Unsere Produkte- Allergenität".

Klaus Runow, Leiter des Instituts für Umweltkrankheiten (IFU) in Bad Emstal, kennt derartige Phänomene: "Vor allem mit Chemikalien belastete Menschen reagieren empfindlich auf Rückstände von Agrarchemikalien." (taz 26.10.2001). Pestizide haben die Eigenart, nicht nur äußerlich auf dem Obst zu haften, sondern auch ins Innere zu wandern. Dabei gehen sie mit Komponenten der Zellwände derart feste Verbindungen ein, daß sie im Labor nicht gelöst werden können. Sie bleiben verborgen. Nach Auffassung von Heinrich Sandermann, Leiter des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, müßten aber auch diese gebundenen Rückstände berücksichtigt werden. Sie treten nämlich in weit höherer Menge auf als die ungebundenen. Somit kann der Grenzwert weit überschritten werden (taz 26.10.2001).

Hermann Kruse, Direktor des Instituts für Toxikologie an der UNI Kiel:" Einige der in Deutschland zugelassenen Mittel können hormonell wirken." Man nimmt an, daß diese die in den letzten Jahrzehnten festgestellte verringerte Fruchtbarkeit bei Mensch und Tier mitverantworten. Schon geringste Spuren können dazu ausreichen (taz 26.10.2001).
nach oben

Sind Bio-Äpfel gesünder? Bio-Äpfel sind gesünder!

Bio-Äpfel enthalten mehr Faserstoffe (höhere Trockensubstanz) und weniger Wasser als konventionelle Früchte, was eindeutig gesundheitliche Vorteile bringt, z. B. für die Darmtätigkeit. Eine Schweizer Studie zeigt: Bio-Äpfel haben im Durchschnitt einen 19% höheren Phenolsäuregehalt. Phenolsäure zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen, die im menschlichen Körper eine krebshemmende Wirkung entfalten. Mit sogenannten Bildschaffenden Methoden lässt sich die innere Qualität von Nahrungsmitteln sichtbar zu machen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Saft von Bio-Äpfeln deutlich und reproduzierbar andere Bilder hinterlässt als Saft aus herkömmlicher Produktion. Konventioneller Saft zeichnet oft Strukturen, die auch bei gealterten, nicht mehr vollwertigen Früchten auftreten.
nach oben

Wirkt sich Bioanbau aus?

Wir betreiben auf unserem Hof seit vielen Jahren Obstbau. Bis zur Umstellung auf biologische Erzeugung vor mehr als 20 Jahren haben wir konventionell gearbeitet, d.h. wir können die Systeme gut vergleichen. Seit der Umstellung sehen wir, wie sich der Boden verändert hat. Er ist deutlich lockerer und belebter als vorher, hat eine optimale Krümelstruktur und lässt sich besser bearbeiten. Das ist eindeutig ein Erfolg unserer Kompostwirtschaft. Auch die Artenvielfalt in den Apfelbäumen ist deutlich angestiegen, insbesondere die Zahl und Vielfalt der Insekten. Der Verzicht auf Herbizide macht sich ebenfalls bemerkbar. Heute haben wir wesentlich mehr Pflanzenarten auf unseren Flächen als zu konventionellen Zeiten, wozu auch die unbearbeiteten Ackerrandstreifen beitragen. Studenten der Uni Hamburg haben die Population von Vögeln, Mäusen, Heuschrecken, Amphibien und Libellen in der Region jahrelang untersucht. Ihre Ergebnisse bestätigen unsere Beobachtung, dass die biologische Bewirtschaftung die Artenvielfalt enorm erweitert.

Katrin Augustin: "Auch der Apfel selbst verändert sich. Als unsere Äpfel noch konventionell angebaut wurden, musste ich beim Dünsten kein Wasser zugeben; dieselben Sorten haben sich unter Bio-Bedingungen so verändert, dass sie ein festeres Fruchtfleisch haben und zum Dünsten sogar Wasser zugefügt werden muss. Eine Folge des größeren Faserstoffgehaltes. Deshalb müssen nun alle Rezepte mit Äpfeln umgeändert werden".
nach oben

Kommt es zu einer Belastung, wenn Äpfel an einer Straße angeboten werden?

Viele Verbraucher befürchten, dass Äpfel, die an viel befahrenen Straßen verkauft werden, stärker mit Schadstoffen belastet sind. Zu dieser Frage haben wir gemeinsam mit einem renommierten Lebensmittellabor wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Dafür wurden Äpfel für eine Woche den Umweltbedingungen vor Einzelhandelsgeschäften an –teilweise stark- befahrenen Straßen ausgesetzt. Das Ergebnis ist eindeutig: Es konnte durch die Präsentation in Straßennähe bedingte keine erhöhte Belastung der Äpfel nachgewiesen werden.

Die Analyse im Detail:

Es wurden insgesamt 5 Analysen von Äpfeln durchgeführt:
- eine Probe, die eine Woche den Umweltbedingungen vor einem Einzelhandelsgeschäft an einer sehr stark befahren Kreuzung in Berlin im Winter ausgesetzt war
- eine Probe, die eine Woche den Umweltbedingungen vor einem Einzelhandelsgeschäft an einer mittelmäßig befahren Straße einer norddeutschen Kleinstadt im Frühjahr ausgesetzt war
- eine Probe, die eine Woche den Bedingungen in einem Einzelhandelsgeschäft einer norddeutschen Kleinstadt im Frühjahr ausgesetzt war
- eine Probe, die direkt nach der Belieferung des gleichen Einzelhandels gezogen wurde.

Es wurden keine gesundheitlich stark bedenklichen Umweltschadstoffe, wie Schwermetalle etc., nachgewiesen. Alle Proben zeigten hingegen unbedenkliche Spuren von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) in sehr geringen Mengen. Dabei unterschieden sich die Proben nicht signifikant voneinander, d.h. die PAK-Gehalte der Äpfel vor den Einzelhandelsgeschäften, im Einzelhandelsgeschäft und direkt nach dem Wareneingang unterschieden sich nicht signifikant voneinander (die Messwerte der Probe vor den Geschäften waren sogar die geringsten). Es kam also zu keiner erhöhten Belastung durch die Präsentation der Äpfel vor den Geschäften.

Die wissenschaftliche Begründung für den nicht bestehenden Unterschied der Proben lautet, dass die leichtflüchtigen PAKs ubiquitär, d.h. überall vorhanden weil leichtflüchtig sind. Vor Gebäuden, in Gebäuden und im offenen Feld. PAKs entstehen bei Verbrennung von fossilen und natürlichen Stoffen und gelten in den gemessenen geringen Mengen als unbedenklich.

Zu der von uns veranlassten Probe äußerte sich eine Wissenschaftlerin wie folgt: "Wenn Sie im Sommer einmal am Grill vorbeigehen und einatmen, nehmen Sie die vielfache Menge an PAKs auf, als wenn Sie ein Kilogramm Äpfel essen, die eine Woche direkt an eine stark befahrenen Straße gelegen haben."
nach oben

Das ist uns noch wichtig

Glyphosat - ein Gift für Mensch und Umwelt
Glyphosat ist der Wirkstoff des auch bei Kleingärtnern populären Unkrautvernichters „Roundup“. Es ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid. Das bleibt nicht ohne Folgen. Ökologische Schäden nehmen ebenso zu wie gesundheitliche Probleme von Feldarbeitern.
Lesen Sie alles zum Umweltgift Glyphosat auf den Seiten des UGB.
nach oben