Viele Menschen wundern sich, dass in unseren Höfen kaum große Sämlingsbäume stehen. Sie sind schön und landschaftsprägend, haben aber den Nachteil, dass die Früchte schlechter ausreifen als auf kleinkronigen Bäumen. Ursprünglich ähnelte der Apfelbaum eher einem Busch. Die großen Apfelbäume gehen auf Züchtungen durch Mönche in Klostern zurück. Den Mönchen ging es weniger um die Früchte, als vielmehr um eine große Baumkrone, unter der sie ihre Schafe im Schatten weiden lassen konnten. Für einen Apfel ist viel Sonne aber wichtig. An kleinen Bäumen hängen viel mehr Früchte (etwa 80 %) in der Sonne als bei einem großen Baum (etwa 20 %). Dadurch sind sie besser ausgefärbt und schmecken besser. So wurden die Apfelbäume über die Jahrhunderte immer kleiner.

Darüber hinaus bieten niedrig wachsende Baumtypen Öko-Obstbauern und Verbrauchern viele Vorteile:

Die gesamte Produktion ist einfacher, wenn sie vom Boden durchgeführt werden kann und keine hohen Leitern notwendig sind.  Die Früchte erhalten mehr Nährstoffe, weil sie dichter am Stamm des Baumes hängen. Gesteinsmehl oder andere Mittel zur Stärkung der Bäume bzw. zur Vorbeugung von Krankheiten können gezielter und damit umweltschonender ausgebraucht werden. Versuche der Obstbau-Versuchsanstalt Jork haben gezeigt, dass Bio-Äpfel aus der ersten Pflücke, die in der Sonne gereift sind, genauso lagerfähig sind wie konventionelle Ware mit einer chemisch-synthetischen Lagerspritzung, die Lagerfäulen verhindert.