Im Alten Land sind Nachtfröste bis in den Juni hinein keine Seltenheit. Das ist für uns Obstbauern ein großes Problem, da der Frost Blüten und junge Früchte nachhaltig schädigt und zu massiven Ertragsausfällen führen kann. Um unsere Bäume in Frostnächten zu schützen, tun wir etwas, was auf den ersten Blick überrascht: Wir schalten unsere Beregnungsanlage ein, so dass in den Anlagen ein konstanter feiner Sprühnebel fällt und sich dadurch um alle Blüten und Fruchtstände ein Eispanzer bildet.

Das klingt zunächst paradox, beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip. Wenn Wasser sich zu Eis verwandelt, wird Wärmeenergie frei, die die Temperatur innerhalb des Eismantels knapp über dem Gefrierpunkt hält. Bis zu einer Temperatur von -7 °C können wir so unsere Blüten vor dem Erfrieren schützen. Dafür müssen wir allerdings solange konstant weiter beregnen, bis der Frost vorbei ist; pro Hektar und Stunde sind das etwa 38.000 Liter Wasser.  Das benötigte Wasser beziehen wir aus der Elbe, das zuvor in künstlich angelegte Staubecken auf unseren Flächen gepumpt wurde. Die Staubecken erfüllen noch einen weiteren Zweck: Um die Becken herum haben wir viele heimische Gehölze gepflanzt, so dass kleine Feuchtbiotope entstanden sind, in denen sich heute viele seltene Amphibien, Insekten und sogar Fische tummeln.