Wir betreiben auf unseren Höfen seit vielen Jahren Obstbau. Bis zur Umstellung auf biologische Erzeugung haben wir konventionell gearbeitet, d.h. wir können die Systeme gut vergleichen. Seit der Umstellung sehen wir, wie sich der Boden verändert hat. Er ist deutlich lockerer und belebter als vorher, hat eine optimale Krümelstruktur und lässt sich besser bearbeiten.

Das ist eindeutig ein Erfolg unserer Kompostwirtschaft. Auch die Artenvielfalt in den Apfelbäumen ist deutlich angestiegen, insbesondere die Zahl und Vielfalt der Insekten. Der Verzicht auf Herbizide macht sich ebenfalls bemerkbar.

Heute haben wir wesentlich mehr Pflanzenarten auf unseren Flächen als zu konventionellen Zeiten, wozu auch die unbearbeiteten Ackerrandstreifen beitragen. Studenten der Uni Hamburg haben die Population von Vögeln, Mäusen, Heuschrecken, Amphibien und Libellen in der Region jahrelang untersucht. Ihre Ergebnisse bestätigen unsere Beobachtung, dass die biologische Bewirtschaftung die Artenvielfalt enorm erweitert.

Katrin Augustin: „Auch der Apfel selbst verändert sich. Als unsere Äpfel noch konventionell angebaut wurden, musste ich beim Dünsten kein Wasser zugeben; dieselben Sorten haben sich unter Bio-Bedingungen so verändert, dass sie ein festeres Fruchtfleisch haben und zum Dünsten sogar Wasser zugefügt werden muss. Eine Folge des größeren Faserstoffgehaltes. Deshalb müssen nun alle Rezepte mit Äpfeln umgeändert werden“.