Fragen und Antworten2020-03-25T12:15:48+01:00

Fragen und Antworten zum Thema Äpfel

Hier finden Sie alle wichtigen Fragen und Antworten
rund um unsere Höfe, unsere Äpfel und unsere Philosophie.

Kommt es zu einer Belastung, wenn Äpfel an einer Straße angeboten werden?2020-01-06T10:09:26+01:00

Viele Apfelesser befürchten, dass Äpfel, die an viel befahrenen Straßen verkauft werden, stärker mit Schadstoffen belastet sind. Ob das tatsächlich der Fall ist, haben wir von einem renommierten Lebensmittellabor eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen lassen.

Durchgeführt wurde die Untersuchung wie folgt: Jeweils 5 Proben wurden eine Woche unter folgenden Bedingungen ausgesetzt:

                  • Vor einem Einzelhandelsgeschäft an einer sehr stark befahrenen Kreuzung in Berlin im Winter
                  • Vor einem Einzelhandelsgeschäft an einer mittelmäßig befahrenen Straße in einer norddeutschen Kleinstadt im Frühjahr
                  • In einem Einzelhandelsgeschäft in einer norddeutschen Kleinstadt im Frühjahr

Sowie 5 Proben, die direkt nach der Belieferung desselben Einzelhandelsgeschäfts in einer norddeutschen Kleinstadt gezogen wurden.

 

Ergebnis:

                  • Es wurde in keiner Probe gesundheitlich bedenkliche Umweltschadstoffe, wie zum Beispiele Schwermetalle, nachgewiesen
                  • Alle Proben zeigten Spuren von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in sehr geringen Mengen. Zwischen den Varianten gab es dabei keine Unterschiede in der Menge der PAK

Unterschiede sind deswegen nicht vorhanden, weil PAK überall vorhanden und leichtflüchtig sind. Sie entstehen bei der Verbrennung von fossilen und natürlichen Stoffen und in den gemessen geringen Mengen als unbedenklich. So unbedenklich, dass laut der Wissenschaftler des Labors mit einem Atemzug in der Nähe eines Grills ein vielfaches von PAK eingeatmet wird, als wenn man ein Kilogramm Äpfel isst, das eine Woche direkt an einer stark befahrenen Straße  gelegen hat.

 

Wirkt sich Bioanbau aus?2020-01-06T10:26:21+01:00

Wir betreiben auf unseren Höfen seit vielen Jahren Obstbau. Bis zur Umstellung auf biologische Erzeugung haben wir konventionell gearbeitet, d.h. wir können die Systeme gut vergleichen. Seit der Umstellung sehen wir, wie sich der Boden verändert hat. Er ist deutlich lockerer und belebter als vorher, hat eine optimale Krümelstruktur und lässt sich besser bearbeiten.

Das ist eindeutig ein Erfolg unserer Kompostwirtschaft. Auch die Artenvielfalt in den Apfelbäumen ist deutlich angestiegen, insbesondere die Zahl und Vielfalt der Insekten. Der Verzicht auf Herbizide macht sich ebenfalls bemerkbar.

Heute haben wir wesentlich mehr Pflanzenarten auf unseren Flächen als zu konventionellen Zeiten, wozu auch die unbearbeiteten Ackerrandstreifen beitragen. Studenten der Uni Hamburg haben die Population von Vögeln, Mäusen, Heuschrecken, Amphibien und Libellen in der Region jahrelang untersucht. Ihre Ergebnisse bestätigen unsere Beobachtung, dass die biologische Bewirtschaftung die Artenvielfalt enorm erweitert.

Katrin Augustin: „Auch der Apfel selbst verändert sich. Als unsere Äpfel noch konventionell angebaut wurden, musste ich beim Dünsten kein Wasser zugeben; dieselben Sorten haben sich unter Bio-Bedingungen so verändert, dass sie ein festeres Fruchtfleisch haben und zum Dünsten sogar Wasser zugefügt werden muss. Eine Folge des größeren Faserstoffgehaltes. Deshalb müssen nun alle Rezepte mit Äpfeln umgeändert werden“.

 

Sind Bio-Äpfel gesünder? Bio-Äpfel sind gesünder!2020-01-10T10:32:25+01:00

Bio-Äpfel enthalten mehr Faserstoffe (höhere Trockensubstanz) und weniger Wasser als konventionelle Früchte, was eindeutig gesundheitliche Vorteile bringt, z. B. für die Darmtätigkeit. Eine Schweizer Studie zeigt: Bio-Äpfel haben im Durchschnitt einen 19 % höheren Phenolsäuregehalt. Phenolsäure zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen, die im menschlichen Körper eine krebshemmende Wirkung entfalten. Mit sogenannten Bildschaffenden Methoden lässt sich die innere Qualität von Nahrungsmitteln sichtbar zu machen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Saft von Bio-Äpfeln deutlich und reproduzierbar andere Bilder hinterlässt als Saft aus herkömmlicher Produktion. Konventioneller Saft zeichnet oft Strukturen, die auch bei gealterten, nicht mehr vollwertigen Früchten auftreten.

Quelle: hier und hier

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Sind Bio-Äpfel besser für Mensch und Umwelt?2020-01-06T11:18:52+01:00

Ja. Viele Wirkstoffe der im konventionellen Anbau verwendeten chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel sind auf der Frucht nachweisbar. Auch wenn die zulässigen Grenzwerte bei deutschen Äpfeln nur selten überschritten werden, sehen das viele Toxikologen kritisch. Denn sie halten viele Grenzwerte für zu hoch angesetzt, insbesondere für Kinder.
Menschen kommen heute mit immer mehr künstlichen chemischen Verbindungen in Kontakt, die das Immunsystem belasten. Bio-Äpfel werden dagegen nur mit natürlichen Stoffen behandelt, die die körpereigene Abwehr nicht beeinflussen. Immer mehr Menschen bilden eine Lebensmittelunverträglichkeit aus, auch gegen Äpfel. Diese Symptome können nicht durch eine Nahrungsmittel-Allergie ausgelöst werden, weil sie unsere Äpfel sehr gut vertragen. Herr Schmidt aus Buxtehude: „Ich habe schon 15 Jahre keine Äpfel mehr gegessen, und bin froh, dass ich die Äpfel von Bio-Obst Augustin entdeckt habe. Diese kann ich ohne Beschwerden genießen!“. Siehe auch unter „Unsere Produkte- Allergenität“.

Klaus Runow, Leiter des Instituts für Umweltkrankheiten (IFU) in Bad Emstal, kennt derartige Phänomene: „Vor allem mit Chemikalien belastete Menschen reagieren empfindlich auf Rückstände von Agrarchemikalien.“ (taz 26.10.2001). Pestizide haben die Eigenart, nicht nur äußerlich auf dem Obst zu haften, sondern auch ins Innere zu wandern. Dabei gehen sie mit Komponenten der Zellwände derart feste Verbindungen ein, daß sie im Labor nicht gelöst werden können. Sie bleiben verborgen. Nach Auffassung von Heinrich Sandermann, Leiter des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, müßten aber auch diese gebundenen Rückstände berücksichtigt werden. Sie treten nämlich in weit höherer Menge auf als die ungebundenen. Somit kann der Grenzwert weit überschritten werden (taz 26.10.2001).

Hermann Kruse, Direktor des Instituts für Toxikologie an der UNI Kiel:“ Einige der in Deutschland zugelassenen Mittel können hormonell wirken.“ Man nimmt an, daß diese die in den letzten Jahrzehnten festgestellte verringerte Fruchtbarkeit bei Mensch und Tier mitverantworten. Schon geringste Spuren können dazu ausreichen (taz 26.10.2001).

Sind Äpfel immer gewachst, wenn sie glänzen und sich fettig anfühlen?2020-01-06T13:08:50+01:00

Immer wieder erreicht uns die Frage, warum Äpfel eine – teilweise so erhebliche – Wachsschicht haben. Und daran schließt sich die zweite Frage an: Ob Äpfel wohl künstlich gewachst werden? Nein, Öko-Äpfel werden generell nicht gewachst.

Die Wachsschicht ist ein Zeichen dafür, dass der Apfel lebt. Sie ist durch einen natürlichen Stoffwechselprozess entstanden. Um sich nach der Ernte vor dem Austrocknen zu schützen, bildet der Apfel Ausscheidungen, die sich als fetthaltige Schicht auf der Schale bemerkbar machen. So verliert er dann weniger Wasser.

Wie stark Äpfel eine Wachsschicht bilden ist von der Sorte abhängig. Die Sorten Topaz und Jonagold haben zum Beispiel eine recht ausgeprägte natürliche Wachsschicht, während Apfelsorten wie beispielsweise Elstar, Boskoop oder Cox Orange einen hohen Säureanteil haben und deshalb eine geringer ausgeprägte natürliche Wachsschicht auftragen. Sie werden eher trocken und schrumpelig, wenn sie reifen.

Auch der Jahresverlauf und die Lagerdauer haben einen Einfluss, sodass Äpfel in einigen Jahren mehr, in anderen weniger schnell eine Wachsschicht bilden. Die Wachsschicht ist durch menschliches Zutun nicht zu verhindern, für uns gesundheitlich völlig unbedenklich und kann problemlos mitverzehrt werden.

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Wie bewahre ich meine gekauften Äpfel am besten auf?2020-01-06T13:15:04+01:00

Im Idealfall werden Äpfel bei 1-4 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert. Die tiefe Temperatur verlangsamt die Reife und eine hohe Luftfeuchtigkeit schützt den Apfel vor dem Austrocknen.

Optimal sind in Privathaushalten kühle Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der beste Ort für die Aufbewahrung ist daher der Kühlschrank. Keller alter Häuser bieten sich ebenfalls dafür an. Heutige Keller sind dagegen meist nicht mehr geeignet, weil sie zu warm und zu trocken sind.

In den kühleren, aber frostfreien Monaten sind die Früchte auch auf der Terrasse, dem Balkon oder im Schuppen gut aufgehoben.

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Warum sind so viele alte Apfelsorten vom Markt verschwunden?2020-01-06T08:54:25+01:00

Der Lebensmittel-Einzelhandel verlangt Sorten, die gut aussehen, immer lieferbar und zudem transport- und lagerfähig sind. Diese hohen Ansprüche erfüllen viele alte Sorten nicht. Das macht sie für den Handel unattraktiv, selbst wenn sie geschmacklich überzeugen. Zudem reagiert der Handel auch auf die Wünsche der Verbraucher, die neue Sorten bevorzugen. Das beobachten wir auch auf unseren Apfelhöfen.

Früher hatten wir Goldparmäne, Herbstprinz, Glockenäpfel und viele andere ungewöhnliche Sorten im Angebot. Aber selbst 90 % der Bio-Kunden bevorzugen die heutigen Standardsorten wie Jonagold, Elstar oder Breaburn. In Geschmackstests schneiden diese Sorten auch immer gut ab. Dennoch ist es grundsätzlich wünschenswert, die Vielfalt alter Apfelsorten zu erhalten. Denn für die Züchtung sind sie ein kostbarer Schatz.

Darüber hinaus sind alte, optimal an den Standort angepasste Sorten für den extensiven Streuobstbau unverzichtbar.

 

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Wie funktioniert eine Frostschutzberegnung?2020-01-06T08:57:37+01:00

Im Alten Land sind Nachtfröste bis in den Juni hinein keine Seltenheit. Das ist für uns Obstbauern ein großes Problem, da der Frost Blüten und junge Früchte nachhaltig schädigt und zu massiven Ertragsausfällen führen kann. Um unsere Bäume in Frostnächten zu schützen, tun wir etwas, was auf den ersten Blick überrascht: Wir schalten unsere Beregnungsanlage ein, so dass in den Anlagen ein konstanter feiner Sprühnebel fällt und sich dadurch um alle Blüten und Fruchtstände ein Eispanzer bildet.

Das klingt zunächst paradox, beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip. Wenn Wasser sich zu Eis verwandelt, wird Wärmeenergie frei, die die Temperatur innerhalb des Eismantels knapp über dem Gefrierpunkt hält. Bis zu einer Temperatur von -7 °C können wir so unsere Blüten vor dem Erfrieren schützen. Dafür müssen wir allerdings solange konstant weiter beregnen, bis der Frost vorbei ist; pro Hektar und Stunde sind das etwa 38.000 Liter Wasser.  Das benötigte Wasser beziehen wir aus der Elbe, das zuvor in künstlich angelegte Staubecken auf unseren Flächen gepumpt wurde. Die Staubecken erfüllen noch einen weiteren Zweck: Um die Becken herum haben wir viele heimische Gehölze gepflanzt, so dass kleine Feuchtbiotope entstanden sind, in denen sich heute viele seltene Amphibien, Insekten und sogar Fische tummeln.

 

Warum sind Bio-Äpfel teurer?2020-01-06T13:38:16+01:00

Der Grund ist ganz einfach: Ökologischer Anbau bedeutet mehr Arbeit – vor allem mehr Handarbeit. Wir setzen beispielsweise keine Unkrautvernichtungsmittel ein, sodass wir die Beikräuter mechanisch entfernt werden müssen. Sie müssen mit Maschinen, per Hacke oder Spaten entfernt werden, am Stamm sogar mit der Hand. Einfach wachsen lassen können wir sie nicht, denn sie konkurrieren mit den Apfelbäumen um Wasser und Nährstoffe.

Zudem sind biologische Pflanzenschutzpräparate teurer, schwieriger auszubringen und weniger wirksam als chemisch-synthetische Wirkstoffe. Das führt zu größeren Schwankungen im Ertrag. Im konventionellen Obstanbau kann auf die Anzahl Blüten pro Baum mit synthetischen Hormonen Einfluss genommen werden. Im biologischen Anbau tun wir dies nicht, daher muss ein zu dichter Behang an Äpfeln aufwändig mit der Hand ausgedünnt werden. Auch der Verzicht auf schnelllösliche Stickstoffdünger macht sich bemerkbar. Die Äpfel wachsen langsamer und bleiben insgesamt kleiner.

Wir ernten auch deshalb weniger, weil vorher mit Äpfeln bepflanzte Flächen nun mit Gehölzhecken und blühenden Kräutern bestellt werden. Dieser weniger intensive Obstbau fördert die Biodiversität, die ökologische Vielfalt wiederum schützt unsere Anlagen vor Schädlingen.

 

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Wachsen Öko-Äpfel wie früher auf großen Bäumen?2020-01-06T14:03:11+01:00

Viele Menschen wundern sich, dass in unseren Höfen kaum große Sämlingsbäume stehen. Sie sind schön und landschaftsprägend, haben aber den Nachteil, dass die Früchte schlechter ausreifen als auf kleinkronigen Bäumen. Ursprünglich ähnelte der Apfelbaum eher einem Busch. Die großen Apfelbäume gehen auf Züchtungen durch Mönche in Klostern zurück. Den Mönchen ging es weniger um die Früchte, als vielmehr um eine große Baumkrone, unter der sie ihre Schafe im Schatten weiden lassen konnten. Für einen Apfel ist viel Sonne aber wichtig. An kleinen Bäumen hängen viel mehr Früchte (etwa 80 %) in der Sonne als bei einem großen Baum (etwa 20 %). Dadurch sind sie besser ausgefärbt und schmecken besser. So wurden die Apfelbäume über die Jahrhunderte immer kleiner.

Darüber hinaus bieten niedrig wachsende Baumtypen Öko-Obstbauern und Verbrauchern viele Vorteile:

Die gesamte Produktion ist einfacher, wenn sie vom Boden durchgeführt werden kann und keine hohen Leitern notwendig sind.  Die Früchte erhalten mehr Nährstoffe, weil sie dichter am Stamm des Baumes hängen. Gesteinsmehl oder andere Mittel zur Stärkung der Bäume bzw. zur Vorbeugung von Krankheiten können gezielter und damit umweltschonender ausgebraucht werden. Versuche der Obstbau-Versuchsanstalt Jork haben gezeigt, dass Bio-Äpfel aus der ersten Pflücke, die in der Sonne gereift sind, genauso lagerfähig sind wie konventionelle Ware mit einer chemisch-synthetischen Lagerspritzung, die Lagerfäulen verhindert.

Ihre Äpfel sehen aus wie konventionelle Früchte. Sind die überhaupt bio?2020-01-07T08:40:45+01:00

Ökologisch produzierte Äpfel sind nicht automatisch schrumpelig oder fleckig. Unsere Bio-Äpfel stammen nicht von sich selbst überlassenen Streuobstwiesen, sondern von unseren Plantagen, in die wir rund ums Jahr viel Arbeit investieren.

Zum Beispiel:
… geben wir den Bäumen beim Winterschnitt die richtige Form.
… führen wir im Frühjahr Pflanzenschutzmaßnahmen durch, um die Früchte freizuhalten von tierischen und pilzlichen Erregern.
… dünnen wir im Juni jeden Baum per Hand aus, um überschüssige oder von Schädlingen befallene Früchte zu entfernen.
… machen wir im Juli/August einen Sommerschnitt, um alle Triebe zu entfernen, die den Äpfeln Licht nehmen.
… pflücken wir unsere Bäume im Herbst in 2 bis 3 Durchgängen, damit die die weniger belichteten Früchte nach und nach eine bessere Farbe bekommen und optimal abreifen.
… suchen wir nach der Ernte am Verleseband minderwertige Früchte heraus. Die nach Größen sortierten Äpfel legen wir anschließend von Hand in die Verkaufsgebinde.
Mit diesem großen Aufwand stellen wir sicher, dass nur Augustin-Äpfel in den Handel gelangen, die alle optischen Qualitätsansprüche erfüllen.

 

 

Warum schmecken heimische Äpfel auch im späten Frühjahr noch wie frisch vom Baum?2020-01-07T08:55:12+01:00

Zur Erntezeit im Herbst pflücken wir unsere Äpfel vom Baum direkt in Holzkisten, in denen wir die Früchte auch lagern. Volle Kisten kommen direkt in sogenannten CA-ULO-Zellen.CA steht für „controlled atmosphere“ und ULO für „ultra low oxygenium“, also extrem wenig Sauerstoff. Ist die Zelle komplett mit Kisten gefüllt, verschließen wir sie gasdicht.
Anschließend veratmen die eingelagerten Äpfel den Sauerstoff, bis der Gehalt auf 1,2 % gesunken ist. Zum Vergleich: Normale Atemluft enthält etwa 21 % Sauerstoff. Diese „kontrollierte Atmosphäre“ in der Zelle sorgt dafür, dass sich der Stoffwechsel der Früchte auf ein Minimum reduziert.

In diesem winterschlafähnlichen Zustand bleiben die Äpfel monatelang frisch. Um die kontrollierte Atmosphäre dauerhaft aufrecht zu erhalten, wird sie per Computer reguliert. Die Luftfeuchtigkeit in der Zelle sollte bei 93 % liegen, die Temperatur je nach Sorte bei 2 bis 5 Grad Celsius. Während ein normales Kühllager die Früchte maximal bis zum Februar frisch hält, behalten spezialgelagerte Äpfel ihre Frische sogar bis in den Juli hinein.

 

Warum gibt es schorfresistente Apfelsorten?2020-01-07T10:52:13+01:00

Apfelschorf ist eine der gefürchtetsten Pilzerkrankungen im Obstbau. Eine Infektion mindert den Ertrag und vor allem die Qualität der Früchte.
Die Krankheit äußert sich in Form zahlreicher rundlicher, schwarzer Flecken auf Äpfeln und Blättern. Besonders problematisch ist, dass der Pilz nach erfolgreicher Infektion nicht mehr auszumerzen ist, da er immer wieder neue Sporen ausbildet. Zudem sind die Sporen kälteresistent und können auf abgestorbenen Pflanzenteilen überwintern.

Deshalb sind Bio-Obstbauern im Frühjahr in ständiger Alarmbereitschaft, um eine Erstinfektion zu verhindern. Dafür stehen im ökologischen Anbau Kupfer und Schwefel als Mittel zur Verfügung. Die Ausbringung ist jedoch mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Eine gute Alternative, die auch aus ökologischer Sicht sinnvoll ist, sind schorfresistente Apfelsorten wie Topaz, Santana oder Natyra. Durch eine intensive Züchtungsarbeit können wir heute auf viele neue Sorten mit einer solchen Resistenz zurückgreifen.

Allerdings: Manchmal wird die Resistenz durchbrochen, die Natur ist so intelligent, dass sie einen Weg findet. Trotzdem versucht die Züchtung, mit robusten neuen Sorten die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren.

 

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Wie problematisch ist der Einsatz von Kupfer im biologischen Obstbau?2020-01-10T10:11:38+01:00

Kupfer ist ein Spurenelement, das auch für die menschliche Ernährung lebenswichtig ist. Es befindet sich in der Leber, im Skelett und in der Muskulatur und wird vor allem zum Aufbau des roten Blutfarbstoffes benötigt. Im Bio-Obstbau setzt man Kupfer gegen den Schorfpilz ein, der in niederschlagsreichen Gegenden zu großen Ertrags- und Qualitätseinbußen führen kann.

Nach den strengen Richtlinien im ökologischen Anbau ist der Kupfereinsatz auf 3 kg pro Hektar und Jahr begrenzt. Wir sind sehr bemüht, die Kupfermengen so niedrig wie möglich zu halten. Durch unsere Erfahrung und einen gezielten Einsatz gelingt es uns zurzeit, die Äpfel mit der Hälfte der zulässigen Aufwandmenge schorffrei zu halten. Dennoch haben wir Bio-Äpfel von unseren Betrieben auf Kupfer untersuchen lassen und mit den Gehalten unbehandelter Äpfel verglichen.

Ergebnis:
Es gibt keine Unterschiede. Das heißt, die von uns ausgebrachten Kupfermengen reichern sich nicht in den Früchten an. Dennoch wird immer wieder ein Verbot von Kupfer gefordert. Ohne Kupfer ist jedoch ein wirtschaftlicher ökologischer Apfelanbau kaum möglich. So ist die biologische Apfelerzeugung in Dänemark nach dem Verbot von Kupfer komplett eingestellt worden. Wir wünschen uns eine Forschung, die sich mit der Physiologie des Schorfpilzes befasst, um so das Problem des Schorfbefalls anders anzugehen.

 

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Was steckt im Apfel?2020-01-10T10:19:09+01:00

100 g ausgereifter Äpfel enthalten durchschnittlich:

53 Kilokalorien = 220 Kilojoule
85,3 g Wasser
11,9 g Kohlenhydrate
2,3 g Ballaststoffe
0,4 g Fett
0,34 g Eiweiß

Äpfel als Vitamin C-Lieferant
Besonders hoch ist der Gehalt an Vitamin C in Äpfeln, wobei die Menge von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich ausfällt. Ein roh verzehrter Apfel von 150 Gramm kann je nach Sorte 12 – 60% des Tagesbedarfs decken. Werden Äpfel zu früh geerntet und/oder zu lange gelagert, liegt der Vitamin C-Gehalt niedriger.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeit die Äpfel zum Reifen haben, desto mehr Vitamin C enthalten sie. Auch Früchte vom selben Baum können unterschiedlich viele Vitamine haben. So sind Äpfel, die im Schatten wachsen, deutlich vitaminärmer als Früchte an sonnenreichen Ästen. Bis zu 70 % der Vitamine befinden sich in der Schale bzw. unmittelbar darunter. Deshalb empfiehlt es sich, die Schale mitzuessen und auch bei der Zubereitung nicht zu entfernen. Bio-Äpfel können problemlos mit der Schale gegessen werden.

 

Wie gesund sind Äpfel?2020-01-10T10:29:41+01:00

An apple a day keeps the doctor away – Ein Apfel am Tag und man braucht keinen Arzt mehr.
Dieses alte britische Sprichwort hat einen wahren Kern, der sich heute auch wissenschaftlich belegen lässt. Denn Äpfel enthalten einen ganzen Strauß gesundheitsfördernder Stoffe.

Die Liste reicht von verschiedensten Vitaminen und Mineralstoffen über Pektine, Fruchtsäuren und Ballaststoffe bis hin zu leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Fruchtzucker. Unter den mehr als 20 verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen findet man z.B. Kalium, Magnesium, Kupfer, Phosphor, Kalzium und Jod in größeren Mengen, die lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen.

Hinzu kommen die Vitamine A, B, C und E, die z.B. die Sehkraft stärken, die Zellerneuerung fördern und das Immunsystem unterstützen. Neuere Studien zeigen, dass Äpfel auch reich an sekundären Pflanzenstoffen sind, die unseren Körper weniger anfällig für Krankheiten und Allergien machen. Zudem aktivieren sie Entgiftungsreaktionen, hemmen Entzündungen und schützen sogar vor Krebs.

 

Wird im Bio-Anbau auch gespritzt?2020-01-10T10:24:45+01:00

Der Einsatz einer Pflanzenschutzspritze wird häufig gleichgesetzt mit dem Ausbringen chemischer Pflanzenschutzmittel. Dabei versteht man ganz allgemein unter „Spritzen“ lediglich den mechanischen Vorgang, unabhängig davon, was sich in der Tank befindet. Auch wir spritzen unser Bio-Obst, aber natürlich nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, die im ökologischen Anbau verboten sind. Auch Hormone zur Blüten-Ausdünnung und zur Reifebeschleunigung sind für uns tabu. Stattdessen setzen wir natürliche Elemente ein wie Kupfer, Schwefel und Schwefelkalk, die als Spurenelemente auch im Apfel vorkommen. Solche Mittel sind notwendig, um die Pflanzen und Früchte vor Pilzkrankheiten und Insekten zu schützen.

Darüber hinaus nutzen wir bei Bedarf auch spezielle Präparate, etwa Neemöl (Extrakt aus Neembaumsamen) gegen Läuse, Quassia (Bitterholz-Extrakt) gegen den Befall der Apfelsägewespe sowie Algenpräparate und Vinasse zur Nährstoff-Versorgung. Außerdem nutzen wir Schachtelhalm-Extrakt gegen Lagerfäulen und Gesteinsmehle, die die Phenolbildung und damit die Abwehrkräfte der Bäume anregen (siehe auch „Sind Bio-Äpfel besser“). Blutlaus-Kolonien spritzen wir einfach mit einem scharfen Wasserstrahl ab.

Bio-Anbau heißt für uns jedoch nicht, chemisch-synthetische Mittel gegen organische auszutauschen. Unser Ansatz ist, die Pflanzen durch ganzheitliche Maßnahmen widerstandsfähig zu machen. Das erreichen wir, indem wir z.B. unsere Böden gesund halten oder Nützlinge durch das gezielte Anlegen von Biotopen und Blühstreifen fördern. Zudem legen wir bei allem, was wir zum Schutz der Äpfelbäume tun, größten Wert auf Transparenz. Jeder Kunde kann einsehen, was wir ausbringen und so selbst entscheiden, ob er die so behandelten Früchte essen möchte.

 

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Wo kaufe ich demeter-Äpfel von Augustin?2020-01-10T10:56:17+01:00

Unsere demeter-Äpfel erhalten Sie im gut sortierten Naturkost-Fachhandel.
Fragen Sie in Ihrem Bioladen oder Biosupermarkt einfach nach Augustin-Äpfeln.

Gern sind wir bei der Listung behilflich, wenn Augustin-Äpfel nicht geführt werden sollten.

Einen Ab-Hof-Verkauf können wir derzeit leider nicht anbieten.

 

 

 

 

 

Das ist uns noch wichtig

Glyphosat – ein Gift für Mensch und Umwelt
Glyphosat ist der Wirkstoff des auch bei Kleingärtnern populären Unkrautvernichters „Roundup“. Es ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid. Das bleibt nicht ohne Folgen. Ökologische Schäden nehmen ebenso zu wie gesundheitliche Probleme von Feldarbeitern.
Lesen Sie alles zum Umweltgift Glyphosat auf den Seiten des UGB.

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